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Amazon erhöht FBA-Zuschlag ab November 2026 auf zwei Prozent

Ab November steigt Amazons Treibstoff- und Logistikzuschlag. Wir erklären FBA- und MCF-Termine, Peak-Gebühren und die Auswirkungen auf deine Marge.
Amazon FBA 2026: steigende Versandkosten auf einem Dashboard im Lager

Amazon erhöht FBA-Zuschlag ab November 2026 auf zwei Prozent

Amazon erhöht den Treibstoff- und Logistikzuschlag für Versand durch Amazon (FBA) ab dem 2. November 2026 von 1,5 auf 2 Prozent. Die Anpassung gilt in Deutschland und neun weiteren europäischen Stores. Beim Multi-Channel-Versand folgt die Erhöhung am 19. November 2026 in fünf Ländern.

Der Zuschlag wird auf die jeweiligen Versandgebühren berechnet – nicht auf den Verkaufspreis. Für betroffene FBA-Sendungen gehört auch die saisonale Peak-Gebühr zur Berechnungsgrundlage. Wie stark sich die Änderung auf deinen Deckungsbeitrag auswirkt, hängt deshalb von den Gebühren und Absatzmengen deiner einzelnen Produkte ab.

Stand: 27. Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

Was ändert sich beim FBA-Zuschlag?

Der bisherige Zuschlag steigt von 1,5 auf 2 Prozent. Das entspricht einer Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte beziehungsweise einem Drittel des bisherigen Zuschlagssatzes. Daraus folgt jedoch nicht, dass die gesamte Versandgebühr um ein Drittel steigt: Der höhere Prozentsatz wird nur auf die zuschlagspflichtige Versandgebühr angewendet.

Amazon begründet die Anpassung mit gestiegenen Treibstoff- und Logistikkosten. Das Unternehmen nennt als Durchschnitt rund zwei Cent Mehrkosten pro FBA-Einheit in Europa. Dieser Wert ist eine Orientierung, kein fester Tarif: Die tatsächliche Belastung hängt vom Artikel und seiner Versandgebühr ab.

Welche Länder sind betroffen?

Für FBA gilt der neue Satz ab dem 2. November 2026 in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich, Polen, Schweden, den Niederlanden, Irland und Belgien. Die Änderung betrifft damit auch Händler, die mehrere europäische Amazon-Stores bedienen.

Prüfe für jeden Marktplatz und jeden Versandweg, welche Gebühren für deine konkreten Produkte ausgewiesen werden. Eine pauschale Berechnung anhand des Verkaufspreises würde die falsche Grundlage verwenden.

Was bedeuten zwei Prozent in der Kalkulation?

Ein vereinfachtes Beispiel: Die zuschlagspflichtige Versandgebühr eines Artikels beträgt unverändert 4,00 Euro.

  • Bei 1,5 Prozent Zuschlag: 0,06 Euro, insgesamt 4,06 Euro.
  • Bei 2 Prozent Zuschlag: 0,08 Euro, insgesamt 4,08 Euro.
  • Mehrkosten durch die Erhöhung: 0,02 Euro je Einheit.

Bei 10.000 versandten Einheiten mit dieser unveränderten Gebührenbasis wären das rechnerisch 200 Euro zusätzliche Kosten. Bei einer Versandgebühr von 6 Euro wären es 3 Cent je Einheit. Die Beispiele sind Modellrechnungen vor Steuern und möglichen Rundungen, keine von Amazon veröffentlichten Produkttarife.

Der Anstieg der gesamten Versandkosten im ersten Beispiel beträgt rund 0,49 Prozent. Je nach Volumen und Restmarge kann auch ein kleiner Betrag je Verkauf relevant sein.

Saisonale Peak-Gebühr wird ebenfalls berücksichtigt

Die Erhöhung fällt in das laufende Weihnachtsgeschäft. Vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Januar 2027 gilt für ausgewählte FBA-Bestellungen in Deutschland und im Vereinigten Königreich eine saisonale Versandgebühr. In Deutschland betrifft sie unter anderem kleine und Standardpakete bei den jeweils genannten Versandarten. Übergrößen und Artikel im niedrigpreisigen FBA sind von dieser Peak-Gebühr ausgenommen.

Amazon wendet den prozentualen Treibstoff- und Logistikzuschlag auch auf die betroffene saisonale Gebühr an. Für die Kalkulation kommen damit bei betreffenden Sendungen sowohl die Peak-Gebühr als auch der höhere Prozentsatz zum Tragen. Eine Ausnahme von der Peak-Gebühr bedeutet allerdings nicht automatisch eine Ausnahme vom allgemeinen Zuschlag.

Multi-Channel-Versand: Erhöhung ab 19. November

Beim Multi-Channel-Versand (MCF) tritt die gleiche Erhöhung am 19. November 2026 in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich in Kraft. Über MCF kann Amazon auch Bestellungen aus anderen Verkaufskanälen abwickeln.

Wer neben Amazon einen eigenen Onlineshop oder weitere Marktplätze nutzt, sollte daher auch dort die Versandkalkulation und hinterlegten Gebühren prüfen. Der Stichtag unterscheidet sich vom FBA-Termin.

So prüfst du deine Deckungsbeiträge vor den Stichtagen

  1. Rufe die aktualisierte Gebührenvorschau beziehungsweise den Einnahmenrechner in Seller Central auf.
  2. Vergleiche die Versandgebühren je SKU mit den Kosten in deinem Warenwirtschaftssystem und Repricer.
  3. Prüfe, ob der importierte Gebührenwert den Zuschlag bereits enthält. Rechne ihn nicht doppelt hinzu.
  4. Berücksichtige bei betroffenen Artikeln auch die saisonale Peak-Gebühr und den jeweiligen Versandweg.
  5. Kalkuliere zusätzlich Einkauf, Verkaufsgebühren, Werbung, Verpackung und erwartete Retouren.
  6. Kontrolliere Preisuntergrenzen und entscheide je Artikel, ob eine Anpassung wirtschaftlich sinnvoll ist.

Der Amazon Margenkalkulator von metaprice unterstützt dabei, Einkauf, Versand und weitere Kosten in die Preisberechnung einzubeziehen. Entscheidend bleibt, die Datenbasis für jede SKU aktuell zu halten und die Gebührenbestandteile zu überprüfen.

Weitere Hintergründe zur Einführung des Zuschlags findest du in unserem Beitrag zu Amazon Versandgebühren und Treibstoffzuschlag. Bei rabattierten Angeboten sollte außerdem das Werbebudget zur verbleibenden Marge passen: Eine SKU-basierte PPC-Auswertung hilft, Kosten und Werbeumsatz auf Produktebene zu betrachten.

Häufige Fragen zum Amazon-FBA-Zuschlag

Ab wann gilt der neue FBA-Zuschlag?

Ab dem 2. November 2026 steigt der Satz in den zehn genannten europäischen Stores von 1,5 auf 2 Prozent.

Werden zwei Prozent auf den Verkaufspreis berechnet?

Nein. Die Berechnungsgrundlage ist die jeweilige Versandgebühr. Bei betroffenen FBA-Sendungen wird auch die saisonale Peak-Gebühr berücksichtigt.

Wann steigt der Zuschlag für Multi-Channel-Versand?

Für MCF gilt die Erhöhung ab dem 19. November 2026 in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

Steigen die gesamten Versandkosten um ein Drittel?

Nein. Um ein Drittel steigt der Zuschlagssatz von 1,5 auf 2 Prozent. Die Veränderung der gesamten Versandkosten ist deutlich geringer und hängt von der Gebührenbasis ab.

Hat Amazon ein Enddatum genannt?

In der Ankündigung nennt Amazon kein Enddatum. Das Unternehmen erklärt, den Zuschlag anhand der weiteren Entwicklung zu überprüfen.

Fazit: Kleine Mehrkosten je Einheit, spürbarer Effekt im Sortiment

Der höhere FBA-Zuschlag wird ab dem 2. November 2026 auf die Versandgebühr angewendet; beim Multi-Channel-Versand folgt die Anpassung am 19. November. Für Händler lohnt sich vor allem der Blick auf die Gebühren je SKU, die saisonale Peak-Gebühr und die Absatzmenge. Wer seine Kalkulation frühzeitig aktualisiert und Doppelberechnungen vermeidet, sieht genauer, welche Artikel eine Preisanpassung benötigen.

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