Bislang konnten Händler selbst festlegen, ab welchem Bestellwert der Versand kostenlos sein soll.
Typische Beispiele waren:
Diese Möglichkeit gibt es künftig nicht mehr.
Ab dem 24. August 2026 stehen in den Versandvorlagen ausschließlich folgende Berechnungsmethoden zur Verfügung:
Amazon möchte die Versandkosten für Käufer transparenter gestalten. Gerade bei Bestellungen mit mehreren Artikeln sollen Kunden künftig einfacher nachvollziehen können, welche Versandkosten tatsächlich entstehen.
Viele bewährte Strategien zur Steigerung des Warenkorbwerts lassen sich künftig nicht mehr über eine Versandkostenfrei-Grenze umsetzen. Händler müssen ihre Versand- und Preisstrategie daher neu bewerten.
Falls du aktuell noch mit bestellwertabhängigen Versandkosten arbeitest, solltest du deine Versandvorlagen möglichst bald überprüfen.
Nimmst du bis zum 24. August 2026 keine Änderungen vor, stellt Amazon deine Versandvorlage automatisch auf ein artikel- beziehungsweise gewichtsbasiertes Versandmodell um.
Die automatisch übernommenen Versandkosten passen nicht zwangsläufig zu deiner bisherigen Kalkulation. Das kann dazu führen, dass Kunden künftig andere Versandkosten zahlen als von dir geplant.
Kontrolliere deine Versandvorlagen vor dem Stichtag und teste einige Musterbestellungen, um unerwartete Auswirkungen zu vermeiden.
Auf den ersten Blick geht es lediglich um Versandkosten.
Tatsächlich betrifft die Änderung aber das Kaufverhalten deiner Kunden.
Viele Händler haben bewusst eine Versandkostenfrei-Grenze genutzt, um Kunden zu einer größeren Bestellung zu bewegen.
Ein Kunde möchte eigentlich nur einen Artikel bestellen.
Kurz vor dem Kauf stellt er fest, dass ihm nur wenige Euro bis zum kostenlosen Versand fehlen. Also legt er noch ein weiteres Produkt in den Warenkorb.
Dadurch könnte sich der durchschnittliche Warenkorbwert in einigen Sortimenten verändern.
Nicht jedes Sortiment wird gleich stark von der Änderung betroffen sein.
Vor allem Verkäufer mit:
haben die Versandkostenfrei-Grenze häufig genutzt, um Mehrfachkäufe zu fördern.
Bei günstigen Produkten fällt die Entscheidung für einen zusätzlichen Artikel häufig leichter als bei hochpreisigen Produkten.
Die eigentliche Umstellung ist schnell erledigt.
Öffne in Seller Central die Versandeinstellungen.
Wähle die Versandvorlage aus, die angepasst werden soll.
Klicke auf Vorlage bearbeiten.
Ändere die Berechnungsmethode auf:
Passe anschließend deine Versandarten, Versandregionen und Versandkosten an.
Speichere die Änderungen.
Amazon empfiehlt, ein Musterangebot zu überprüfen und anschließend die ersten Bestellungen nach der Umstellung besonders aufmerksam zu beobachten.
Auch ohne Versandkostenfrei-Grenze gibt es Möglichkeiten, den durchschnittlichen Warenkorbwert zu steigern.
Mehrere passende Produkte werden gemeinsam angeboten und schaffen einen zusätzlichen Kaufanreiz.
Rabatte auf größere Bestellmengen motivieren Kunden ebenfalls zu höheren Bestellwerten.
Besonders Zubehörartikel lassen sich häufig sinnvoll kombinieren.
Empfehlungen passender Ergänzungsprodukte auf der Produktseite oder über Amazon Ads können ebenfalls dazu beitragen, den Warenkorbwert zu erhöhen.
Je nach Sortiment kann eine Kombination mehrerer Maßnahmen sogar erfolgreicher sein als eine klassische Versandkostenfrei-Grenze.
Die Änderung bietet einen guten Anlass, die gesamte Preis- und Versandstrategie zu überprüfen.
Schon kleine Änderungen bei den Versandkosten können sich deutlich auf Marge, Conversion Rate und Wettbewerbsfähigkeit auswirken.
Die Abschaffung individueller Versandkostenfrei-Grenzen wirkt zunächst wie eine technische Anpassung.
Für viele FBM-Händler verändert sich dadurch jedoch ein wichtiger Verkaufshebel.
Warte nicht bis zum 24. August.
Überprüfe deine Versandvorlagen frühzeitig, teste deine Versandkosten und entwickle rechtzeitig neue Strategien, um den durchschnittlichen Warenkorbwert auch ohne Versandkostenfrei-Grenze zu steigern.
Die Änderungen treten am 24. August 2026 in Kraft.
Nein. Bestellwertabhängige Versandkostenmodelle werden von Amazon künftig nicht mehr unterstützt.
Artikelbasierte Versandkosten, gewichtsbasierte Versandkosten und Versandkosten nach Gewichtsstufen.
Amazon stellt bestehende Versandvorlagen automatisch auf ein artikel- bzw. gewichtsbasiertes Modell um.
Beispielsweise durch Produkt-Bundles, Mengenrabatte, Produktsets oder gezieltes Cross-Selling.
Ja. Amazon empfiehlt ausdrücklich, Musterangebote sowie die ersten Bestellungen nach der Umstellung zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Versandkosten korrekt berechnet werden.