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Amazon FBM 2026: Neue Lieferquoten & Bearbeitungszeiten

July 3, 2026
10 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  • Amazon verschärft die FBM-Anforderungen
  • Welche Änderungen ab Juli 2026 gelten
  • Neue Mindestquote für pünktliche Lieferungen
  • Amazon verkürzt die Bearbeitungszeiten
  • Neue Anforderungen für Amazon Business-Bestellungen
  • Neue Zollvorgaben für Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern
  • Was Händler jetzt konkret tun sollten
  • Fazit
  • FAQ

Amazon verschärft die FBM-Anforderungen

Wer seine Bestellungen über Versand durch Verkäufer (FBM) abwickelt, sollte sich auf mehrere wichtige Änderungen einstellen. Amazon führt zwischen Juli und Oktober 2026 neue Vorgaben ein, die sich auf Lieferzeiten, Bearbeitungsfristen und den internationalen Versand auswirken.

Ziel der Anpassungen ist es, die Lieferqualität zu verbessern und Kunden zuverlässigere Liefertermine zu bieten. Für Händler bedeutet das jedoch auch strengere Anforderungen. Wer die neuen Kennzahlen dauerhaft nicht erfüllt, muss künftig mit Einschränkungen seiner FBM-Angebote rechnen.

Welche Änderungen ab Juli 2026 gelten

Amazon führt die Neuerungen schrittweise ein.

Die wichtigsten Termine im Überblick

Ab dem 1. Juli 2026

  • Neue EU-Zollvorschriften für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern.

Ab dem 15. Juli 2026

  • Mindestquote für pünktliche Lieferungen von 90 %.
  • Neue Standardbearbeitungszeiten auf Kontoebene.

Ab dem 1. September 2026

  • Sanktionen bei Nichterreichen der Lieferquote.
  • Automatische Verkürzung zu großzügig eingestellter Bearbeitungszeiten auf SKU-Ebene.

Ab dem 30. September 2026

  • Neue Lieferquote für Amazon-Business-Kunden.

Ab dem 30. Oktober 2026

  • Deaktivierung von Angeboten für Amazon Business möglich, wenn die neuen Anforderungen dauerhaft nicht erfüllt werden.

Neue Mindestquote für pünktliche Lieferungen

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die sogenannte On-Time Delivery Rate (OTDR).

Mindestens 90 % pünktliche Lieferungen

Ab dem 15. Juli 2026 erwartet Amazon, dass mindestens 90 % aller FBM-Bestellungen spätestens zum zugesagten Liefertermin beim Kunden eintreffen.

Die Kennzahl misst den Anteil aller Bestellungen, die fristgerecht zugestellt werden.

Was passiert bei einer schlechten Quote?

Ab dem 1. September 2026 kann Amazon Maßnahmen ergreifen, wenn die Quote dauerhaft unter 90 % liegt.

Mögliche Folgen sind:

  • Deaktivierung einzelner FBM-Angebote
  • Verlust der Berechtigung, neue FBM-Angebote einzustellen

Die aktuelle Lieferquote können Händler jederzeit im Bereich Verkäuferleistung in Seller Central überprüfen.

Amazon verkürzt die Bearbeitungszeiten

Auch bei den Bearbeitungszeiten wird Amazon deutlich konsequenter.

Nur noch 0 oder 1 Tag auf Kontoebene

Da laut Amazon bereits rund 90 % aller deutschen FBM-Bestellungen innerhalb eines Tages versendet werden, stehen auf Kontoebene künftig nur noch folgende Standardwerte zur Verfügung:

  • 0 Tage
  • 1 Tag

Konten, die aktuell noch mit einer Standardbearbeitungszeit von zwei Tagen arbeiten, werden automatisch auf einen Tag umgestellt.

Längere Bearbeitungszeiten bleiben auf SKU-Ebene möglich

Für einzelne Produkte können weiterhin individuelle Bearbeitungszeiten hinterlegt werden.

Amazon möchte jedoch verhindern, dass Händler dauerhaft deutlich längere Bearbeitungszeiten angeben als tatsächlich benötigt werden.

Automatische Anpassung durch Amazon

Ab dem 1. September 2026 analysiert Amazon die Versandhistorie einzelner Produkte.

Liegt die hinterlegte Bearbeitungszeit über einen längeren Zeitraum über der tatsächlichen Leistung, kann Amazon diese automatisch verkürzen.

Neue Anforderungen für Amazon Business-Bestellungen

Nicht nur Privatkunden stehen künftig im Fokus.

Auch für Amazon Business gelten neue Qualitätsstandards.

Zustellung während der Geschäftszeiten

Ab dem 30. September 2026 sollen mindestens 90 % aller Business-Bestellungen innerhalb der üblichen Geschäftszeiten zugestellt werden.

Wer diese Vorgabe dauerhaft nicht erfüllt, muss ab dem 30. Oktober 2026 damit rechnen, dass betroffene Angebote für Geschäftskunden deaktiviert werden.

Neue Zollvorgaben für Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern

Parallel zu den Versandänderungen treten neue EU-Zollregelungen in Kraft.

Was ändert sich?

Für Sendungen unter 150 Euro, die von außerhalb der EU an Kunden innerhalb der Europäischen Union verschickt werden und über das Import-One-Stop-Shop-Verfahren (IOSS) laufen, gelten zusätzliche Anforderungen.

Händler müssen:

  • einen zur Zollabfertigung berechtigten Transportdienstleister nutzen,
  • die Amazon-IOSS-Nummer bereitstellen,
  • die ASIN-Daten der versendeten Produkte an den Transportdienstleister übermitteln.

Was Händler jetzt konkret tun sollten

Auch wenn die Änderungen zunächst technisch wirken, sollten FBM-Händler ihre Prozesse zeitnah überprüfen.

1. Lieferperformance analysieren

Kontrolliere regelmäßig deine On-Time Delivery Rate und identifiziere mögliche Schwachstellen.

2. Bearbeitungszeiten überprüfen

Vergleiche die hinterlegten Bearbeitungszeiten mit deiner tatsächlichen Versandgeschwindigkeit.

3. Versandprozesse optimieren

Je zuverlässiger deine Versandprozesse funktionieren, desto geringer ist das Risiko negativer Verkäuferkennzahlen.

4. Business-Lieferungen beobachten

Wer viele Geschäftskunden beliefert, sollte sicherstellen, dass Zustellungen innerhalb der üblichen Geschäftszeiten erfolgen.

5. Internationale Versandprozesse prüfen

Bei Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern sollten alle Zoll- und IOSS-Prozesse rechtzeitig angepasst werden.

Fazit: Amazon erhöht den Druck auf FBM-Händler

Die neuen Anforderungen zeigen deutlich, wohin sich Amazon entwickelt.

Der Marktplatz legt zunehmend Wert auf:

  • schnelle Bearbeitung,
  • zuverlässige Zustellung,
  • präzise Liefertermine,
  • standardisierte Versandprozesse.

Für gut organisierte Händler dürften die Änderungen meist problemlos umsetzbar sein.

Wer dagegen mit langen Bearbeitungszeiten, unzuverlässigen Versanddienstleistern oder schwankender Lieferqualität arbeitet, sollte seine Prozesse möglichst früh optimieren.

Je früher die eigenen Versandabläufe überprüft werden, desto geringer ist das Risiko, später von automatischen Anpassungen oder Einschränkungen betroffen zu sein.

FAQ

Ab wann gelten die neuen Amazon FBM-Regeln?

Die Änderungen werden schrittweise zwischen dem 1. Juli und dem 30. Oktober 2026 eingeführt.

Wie hoch muss die On-Time Delivery Rate künftig sein?

Ab dem 15. Juli 2026 erwartet Amazon eine pünktliche Lieferquote von mindestens 90 %.

Was passiert, wenn die Lieferquote unterschritten wird?

Ab dem 1. September 2026 können betroffene FBM-Angebote deaktiviert oder neue FBM-Angebote eingeschränkt werden.

Welche Bearbeitungszeiten sind künftig erlaubt?

Auf Kontoebene stehen nur noch 0 oder 1 Tag als Standardbearbeitungszeit zur Verfügung. Längere Zeiten bleiben auf SKU-Ebene möglich.

Sind auch Amazon Business-Bestellungen betroffen?

Ja. Ab dem 30. September 2026 gilt zusätzlich eine Zustellquote von mindestens 90 % innerhalb der Geschäftszeiten von Geschäftskunden.

Müssen internationale FBM-Händler etwas beachten?

Ja. Für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern gelten seit dem 1. Juli 2026 neue EU-Zollvorschriften und zusätzliche Anforderungen an die Zollabwicklung.

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